Schottlandreise 2013 – 27.08.13

Tag 3 unserer Rundreise stand unter dem Motto ‚Natur hautnah erleben‘. Heute morgen mussten wir uns schweren Herzens von Christine und Stuart verabschieden. Das Wetter hat unsere Wehmut gespürt und durch Regen am frühen Morgen zum Ausdruck gebracht. Es hätte im Easter Ross auch noch viel mehr zu sehen gegeben, aber schließlich hatten wir uns für eine Rundreise entschieden. Am Abend vorher haben wir die Vor- und Nachteile zweier verschiedener Routen nach Ullapool diskutiert und uns für die schnellere Route entlang der A835 entschieden. Das gab uns Zeit von Bayfield aus in Richtung Süden nach Nigg und Nigg Ferry zu fahren.

Von dort aus setzen wir mit einer 4-Car-Ferry über nach Cromarty. Ein tolles Erlebnis. Kaum hatten wir auf der Fähre genau nach Anweisung eingeparkt, begann sich unser Auto zu drehen. Da die Fähre nur eine Rampe hat, hat sie eine Drehscheibe. So dass man vorwärts hinein- und hinunterfahren kann. Nach 15 Minuten ist man in Cromarty und spart sich so einen Umweg von einer Stunde.

Easter Ross

Easter Ross Fahrt Richtung Nigg

10 Meilen weiter ist dann auch schon Fortrose mit dem Chanonry Point. Der war unser erstes Ziel. Hier ist die Black Isle ganz nah an Fort George und laut Reiseführern kann man hier zur richtigen Zeit Delphine beobachten. Dass wir den richtigen Punkt gefunden hatten, sahen wir an den Objektiven, die viele Besucher hier vor sich her wuchteten. Über den richtigen Zeitpunkt für die Delfinbeobachtung waren sich unsere Quellen nicht einig. Wir waren gut eine Stunde nach dem Ebbetiefststand vor Ort. Und es hat sich rentiert. Schon als wir ankamen deuteten die Wartenden immer wieder in die selbe Richtung und sagten dort wären Delfine zu sehen. Und wirklich sah man Flossen und Rücken immer wieder aus dem Wasser kommen. So weit entfernt, dass man sie mit dem bloßen Auge gerade noch erkennen konnte. Bald wurde jedoch klar, dass die Tiere sich auf uns zu bewegten. So dass wir immer aufgeregter wurden und die Begeisterung stieg. Die Tiere passierten unsere Position dann sogar so nah, dass man das Gefühl hatte, man könnte sie berühren. Sie zeigten sich in all ihrer Pracht, vollführten Sprünge, Drehungen und vieles mehr. Es war unglaublich beeindruckend. Erst nach über einer guten Stunde machten wir uns dann wieder auf den Weg.

Delfine

Delfine am Chanonry Point

Delfine

Nochmal Delfine

Nun ging es gen Westen. Aber nicht zu weit, denn in der Nähe befinden sich die Rogie Falls. Ein wunderschönes bewaldetes Tal mit einem Fluss, der über kleine Wasserfälle herabströmt. Die wollten wir unseren Mitreisenden zeigen.

Rogie Falls

Rogie Falls

Außerdem ist es auch ein Fluss, den die Lachse hinauf wandern. Gerade als wir an dem ersten Aussichtspunkt standen, bei dem auch der Lebenszyklus eines Lachses dargestellt ist, sah Renate einen Lachs springen. Das hatten wir alle noch nicht gesehen. Und es sollte nicht der einzige bleiben. Immer wieder sprangen Lachse verschiedener Größen gegen den Wasserfall an. Welch ein Naturschauspiel. Und welch ein Glück gleich 2* an einem Tag Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können.

Lachse

Springende Lachse am Rogie Fall

Kein Wunder also, dass wir nachdem wir uns weiter Richtung Westen aufmachten den Ausgleich in einem Nieselregen erhielten. Aber das konnte unsere Laune heute nicht mehr trüben. Wir genossen trotzdem die Fahrt durch die wildromantischen Highlands und verlagerten einfach unsere Shortbreadpause ins Innere des Autos.

Einen weiteren Stopp legten wir trotz Nieselregens ein. Wir hielten an der Corrieshalloch Gorge, gingen bis zur Hängebrücke und betrachteten die Falls of Measach. Die Schlucht soll in der Eiszeit durch Gletscherbewegungen entstanden sein und allein der Wasserfall ist 45 m hoch. Ein Highlight ist hier auch die Hängebrücke über die Schlucht, die schwingend gelagert und nur für 6 Personen gleichzeitig zugelassen ist.

Falls of Measach

Falls of Measach in der Corrieshalloh Gorge

Leider setzte jetzt wieder stärkerer Regen ein, so dass wir von dort aus direkt zu unserer nächsten Unterkunft der Tamarin Lodge, südlich von Ullapool, fuhren. Wir checkten ein, bezogen unsere Zimmer und machten uns dann wieder auf den Weg nach Ullapool. Dort erkundeten wir das Örtchen noch ein wenig und aßen dann im Seaforth Inn. Das Essen war sehr gut und preislich mehr als angemessen. Auch die Getränkeauswahl hat uns überzeugt. Fish&Chips, Muscheln, Langustinos uns Lachs ließen wir uns munden.

Nach einem abschließenden Dram geht es zurück zur Unterkunft. Schließlich will der nächste Tag geplant werden. Die Tamarin Lodge ist für meine Begriffe schon eher ein kleines Hotel garni als ein B&B. Mit 5 Gästezimmern, einem Haus, das ganz offensichtlich genau zu diesem Zweck errichtet wurde, Broschüren, die lieblos und wahllos rumliegen und Gastgebern, die eigentlich eher kein Interesse an ihren Gästen haben, widerspricht es unserem Bild eines echten B&B. Pluspunkte sind definitiv der schöne Ausblick auf den Loch Broom, den alle Zimmer haben (wie gesagt, das Haus wurde eindeutig deswegen so gebaut), die Größe der Zimmer und die Qualität der Bäder. Minuspunkte sind für uns definitiv die Gastgeber, die heute einen sehr seltsamen Eindruck auf uns gemacht haben. Die Begrüßung war nett, jedoch haben sie sich nicht vorgestellt. Im Eildurchlauf wurden uns die Zimmer gezeigt und erklärt, wo es Frühstück gibt und wo wir parken dürfen. Die Außenanlagen der Lodge sehen aus wie eine provisorische Baustelle, die nicht-öffentlichen Räume sind unaufgeräumt und chaotisch, sie erinnern schon fast eher an Müllhalden, außer dem Wohnzimmer der Gastgeber, das wirkte aufgeräumt, wenn auch nicht geschmackvoll eingerichtet. Selbst in der Küche waren alle im Vorbeigehen an der Tür zu sehenden Arbeitsflächen belegt mit herumliegenden Sachen. Schon ohne auch nur eine Nacht hier geschlafen zu haben, sind wir zu der Entscheidung gekommen in Zukunft hier bestimmt nicht mehr zu übernachten.

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